Schulen, die tanzen · Wels
Wo Tanz zum
Schulalltag gehört.
BG/BRG Dr.-Schauer-Straße Wels: acht Jahre Tanz, gemeinsame Produktionen und Raum für eine eigene künstlerische Handschrift.

Wo Tanz zum Schulalltag gehört
Am BG/BRG Dr.-Schauer-Straße in Wels steht Tanz im Stundenplan – von der ersten bis zur achten Klasse. Dazu kommen ein Eignungstest, regelmäßige Bühnenauftritte und große Musik- und Tanzproduktionen.
Im „Schauergym“ besuchen je nach Jahrgang rund 150 bis 200 Schüler*innen den Tanzzweig. Tanz prägt hier das Schulprofil und den Alltag einer ganzen Schulgemeinschaft.

Das Wichtigste auf einen Blick
- Schule: BG/BRG Wels, Dr.-Schauer-Straße 9, 4600 Wels, Oberösterreich
- Schulform: Allgemeinbildende höhere Schule
- Angebot: durchgängiger Tanzschwerpunkt von der 1. bis zur 8. Klasse
- Tanzunterricht: 1.–6. Klasse jeweils zwei Wochenstunden, 7. Klasse drei Wochenstunden, 8. Klasse eine Wochenstunde
- Schüler*innen im Tanzzweig: etwa 150–200
- Aufnahme: Eignungstest vor Eintritt in die 1. Klasse und die schulischen Voraussetzungen für den Besuch eines Gymnasiums
- Große Bühnenprojekte: jährlich im Alten Schlachthof Wels und im Stadttheater Greif
- Tanzteam: Tanzpädagog*innen und Lehrpersonen mit unterschiedlichen tänzerischen Schwerpunkten

Der Einstieg beginnt mit einem Eignungstest
Wer in den Tanzzweig aufgenommen werden möchte, absolviert vor dem Eintritt in die erste Klasse einen eintägigen Eignungstest. Vorkenntnisse sind dabei nicht zwingend erforderlich. Auch theoretisches Wissen wird nicht vorausgesetzt.
Im Mittelpunkt stehen Rhythmusgefühl, Koordination, Körperspannung, Kreativität und die Fähigkeit, sich auszudrücken.
Im Rahmen der Vorbereitung lernen die Kinder eine gemeinsame Choreografie. Beim Eignungstest zeigen sie, wie sie Bewegungen aufnehmen und umsetzen. Dazu kommt ein Bonus: Für ein bis zwei Minuten dürfen sie etwas Eigenes präsentieren. Das kann eine Choreografie sein, aber ebenso ein kurzer Schauspielbeitrag, ein Gedicht oder eine andere Darbietung.
Wichtig ist der Mut, sich vor anderen zu zeigen und sich auf eine Bühnensituation einzulassen. Ein persönliches Gespräch mit jedem Kind schließt den Aufnahmetag ab.
Zusätzlich gelten die regulären schulischen Voraussetzungen für die Aufnahme in ein österreichisches Gymnasium. Die verbindliche Anmeldung erfolgt mit dem Semesterzeugnis. Die aktuellen Bedingungen und Termine veröffentlicht die Schule auf ihrer Anmeldeseite.

Zwei Stunden Tanz – fast durch die gesamte Schulzeit
Von der ersten bis zur sechsten Klasse stehen zwei Tanzstunden pro Woche auf dem Stundenplan. In der siebten Klasse sind es drei und in der achten Klasse eine Wochenstunde.
Über Jahre hinweg arbeiten die Schüler*innen miteinander, lernen Bewegungsmaterial, entwickeln Choreografien und bereiten sich auf Aufführungen vor. Sie übernehmen Verantwortung – zunächst in kleinen Schritten, später immer selbstständiger.
Die lange gemeinsame Lernzeit ermöglicht eine kontinuierliche Entwicklung: Die Schüler*innen wachsen tänzerisch und als Gruppe.

Von Ballett bis Breaking: offen für viele Stile
Der Unterricht verbindet unterschiedliche Techniken und Ausdrucksformen. Auf dem Programm stehen Elemente des klassischen Balletts und der klassischen Jazztechnik ebenso wie zeitgenössischer Tanz und Improvisation. Dazu kommen urbane Tanzformen wie Hip-Hop Freestyle, Locking, Popping, Illusionary Dance Forms und Breaking.
Welche Stile im Mittelpunkt stehen, hängt häufig vom jeweiligen Bühnenprojekt ab. Dreht sich eine Produktion um lateinamerikanische Musik, können Salsa und verwandte Bewegungsformen den Unterricht prägen. Bei einem anderen Thema verschiebt sich der Schwerpunkt entsprechend.
Ziel ist eine breite tänzerische Bildung, die neugierig macht und unterschiedliche Zugänge eröffnet. Mehr dazu findest du in unserer Übersicht über urbane Tanzstile.

Das Lernfeld ist größer als Tanz
Die Schüler*innen erfahren, was es bedeutet, gemeinsam auf ein Ziel hinzuarbeiten. Sie müssen sich aufeinander verlassen, Verantwortung übernehmen, Termine einhalten und mit Rückschlägen umgehen. Gleichzeitig lernen sie, die eigene Leistung in ein größeres Ganzes einzuordnen.
Teamfähigkeit, Selbstständigkeit, Kreativität, Verlässlichkeit und Bühnenpräsenz werden in der praktischen Arbeit entwickelt.
Besonders deutlich zeigt sich diese Entwicklung in der siebten Klasse. Dann planen und choreografieren die Schüler*innen ihren eigenen Showbeitrag – etwa 15 bis 20 Minuten lang – weitgehend selbstständig. Eine Tanzpädagogin oder ein Tanzpädagoge begleitet den Prozess. Konzeption, Organisation und Umsetzung liegen zunehmend bei den Jugendlichen.
Auf diese Verantwortung werden sie ab der ersten Klasse Schritt für Schritt vorbereitet.

Wenn Unterricht zur Bühnenerfahrung wird
Das Tanzjahr steuert auf zwei große Showproduktionen zu. Im Alten Schlachthof Wels stehen üblicherweise die zweiten, dritten und vierten Klassen gemeinsam mit dem Musikzweig auf der Bühne. Mehrere Aufführungen mit jeweils rund 300 Plätzen machen daraus eine Veranstaltung mit öffentlichem Publikum.
Der zweite Höhepunkt folgt im Stadttheater Greif. Dort präsentieren unter anderem die ersten sowie die vierten bis siebten Klassen ihre Arbeiten. Das Showprojekt erstreckt sich regelmäßig über mehrere Tage – im Schuljahr 2025/26 etwa vom 8. bis 12. Juni.
Licht- und Tontechnik, Kostüme, Proben im Theater und mehrere Aufführungen lassen die Schüler*innen erleben, wie aus Unterricht eine Produktion wird.
Entwickelt werden die Shows gemeinsam mit dem Musikzweig. Musik- und Tanzpädagog*innen erarbeiten ein übergeordnetes Thema und formen daraus eine abendfüllende Produktion. Frühere Projekte trugen Titel wie „Magic Streetlife“ oder „Schauer Goes Broadway“.
Sind die Vorstellungen vollständig ausgelastet, erreichen die beiden großen jährlichen Showformate zusammen mehrere Tausend Zuschauer*innen.

Raum für eigene Ideen

Neben den großen Theaterproduktionen bleibt Platz für kleinere Formate und Medienprojekte. Mit einzelnen Klassen entstehen professionell produzierte Tanz- und Musikvideos. Auch Kooperationen mit anderen Schulen gehören zum Konzept.
So arbeitete eine Gymnasialklasse gemeinsam mit zwei vierten Klassen einer benachbarten Volksschule an einem Tanzprojekt, das in einer gemeinsamen Videoproduktion mündete. Hier findest du das Projekt mit der Volksschule 3 Wels und dem Schauergym.
Ein weiteres Format heißt „Tanz pur“. Dort können Schüler*innen selbst entwickelte Choreografien und eigene Projekte präsentieren. 2025 diente die Veranstaltung als tänzerischer Abschluss des Schuljahres.
Solche Projekte geben Raum für eigene Ideen, eigene Entscheidungen und eine eigene künstlerische Handschrift.
Wer unterrichtet?
Im Schuljahr 2026/27 werden die Tanzklassen von Ruth Borek, Carina Gruber und Markus Eggensperger geleitet. Ihre unterschiedlichen Erfahrungen und Zugänge bringen Vielfalt in den Unterricht.
Die koordinative Leitung des Schwerpunktes liegt bei Lydia Schmied. Unterschiedliche fachliche Perspektiven erweitern den Bewegungsspielraum der Schüler*innen.

Was andere Schulen mitnehmen können
Das BG/BRG Dr.-Schauer-Straße zeigt, was möglich wird, wenn Tanz als langfristiger Bildungsweg verstanden wird. Die Schüler*innen lernen Technik, gestalten, treffen Entscheidungen und übernehmen Verantwortung. Sie erleben, wie aus einzelnen Bewegungen eine gemeinsame Aufführung und aus einer Gruppe ein Ensemble wird.
Viele Elemente lassen sich auch in einem kleineren Rahmen umsetzen: ein klassenübergreifendes Tanzprojekt, ein gemeinsames Musikvideo, eine selbst entwickelte Choreografie, eine Kooperation mit einer Volksschule oder eine Aufführung vor Publikum.
Tanz an Schule kann sehr groß werden. Aber er darf ganz klein beginnen.

Kontakt & weitere Informationen
BG/BRG Wels – Dr.-Schauer-Straße
Dr.-Schauer-Straße 9
4600 Wels, Österreich
office@bgbrgwels.at
+43 7242 45061
Stand des Schulporträts: Oktober 2026. Angaben zu Unterricht, Team und Projekten beziehen sich auf das beschriebene Schuljahr; aktuelle Informationen erhältst du direkt bei der Schule.

